Warum Alt Tellin unter CDU Regie Politikversagen bedeutet:

 

In der Gemeinde 17129 Alt Tellin, Mecklenburg-Vorpommern gibt es einen Gemeinderat. Das ist nichts besonderes, denn schliesslich braucht eine Gemeinde ein Gremium für politische Belange.

Allerdings ist der Alt Telliner Gemeinderat etwas sehr besonderes – er scheint nämlich völlig aus der Zeit gefallen, denn er erinnert bei den Sitzungen an die Atmosphäre rund um Helmut Kohl. In Alt Tellin: Ein muffiger Raum innerhalb des FFW Gebäudes, schlechtes Mobiliar, alles etwas vergilbt, drappierte Deko in Form von für Gäste aussagelosen schiefen Bildern an der Wand, abgewetzter Teppich, kräuselnde Tapete, Duftkugel für Badezimmer, Wasserplastikflaschen von Aldi und eine Pokalsammlung in einer Vitrine, die nur für die einstigen Gewinner eine Bedeutung haben kann.

Die Frage war eigentlich sofort: Wie soll hier gegenwärtige Politik gehen?

 

Die Antwort: Gar nicht. Politik geht da nicht, es geht nur das, was daneben geschieht. Eine ewige und mühsame Abarbeitung an, von oben, vorgegebenen Zahlen Zahlen Zahlen und dann das übliche Geklüngel im zweckgemeinschaftlichem Umfeld.

Man erträgt die Obrigkeit und teilt unter sich die Krümel auf.

 

Die Zeit vor 2016 kenne ich nur vom Hörensagen, sie ist wohl hochinteressant, da ging es um die Schweinefabrik, die mittlerweile abgebrannt ist, doch ich will hier bei meinen persönlichen Beobachtungen und meinen Erlebnissen mit der Alt Telliner Kommunalpolitik ab 2015 bleiben.

 

Vielleicht äussert sich aber noch der ein oder andere, denn zu erzählen gibt es,

wie man hört wohl viel.

 

Die Gemeindevertretung in Alt Tellin besteht aus sechs Personen plus Bürgermeister. Bisher hatte der Bürgermeister Karstädt (CDU) mit seinen Spezis innerhalb seiner CDU-Liste immer eine Mehrheit. Ihm gegenüber stand immer eine Minderheit (Bündnis), vertreten von Menschen, die die Gemeinde gesünder, nachhaltiger und offener gestaltet haben wollten und es gab noch eine Fraktion freier Wähler.

 

Hierzu muss man sagen, dass eigentlich nur die Vertreter des

Bürger/innen Bündnisses Landleben Tollensetal

Vertreter für die Menschen, die hier ankommen und gestalten wollen sind.

 

Die Gegnerschaft ist diesbezüglich bis heute ein diffuses Rätsel. So sucht sich beispielsweise der Bürgermeiser aus, ob er mal parteilos ist (Süddeutsche Zeitung) oder ob er mal bei der CDU ist (Berichterstattung Nordkurier/ Wahlliste). Ansprechbar ist er nur per Telefon mal zwischendurch. Das Prozedere bezüglich einer Ordnung für alle GemeindevertretrInnen ist ihm fremd. Wichtiges erfährt man gar nicht oder neben bei.

 

Cartoon Guido Kuehn

Die 4x jährlich, eher spontanen als geplant und durchdacht, stattfindenden GV-Sitzungen starten mit einer Einwohnerfragestunde. Die Einwohner fragen, bzw. tragen Verbesserungsvorschläge oder Sachschäden vor, der Bürgermeister antwortet in die Richtung „ja gucken wir mal, ja machen wir mal, nein können wir nicht, nein war schon immer so“.

Dann geht es zur Tagesordnung mit einem öffentlichen Teil und einem Nichtöffentlichen Teil.

 

Doch hier noch etwas zum Konstrukt:

Ganz vordergründig modern hat die Gemeindevertretung zwei Auschüsse mit jeweils fünf Plätzen, in denen Gemeindevertreter*innen, der Bürgermeister und „berufene Bürger*innen“ sitzen.

Da ist der Kulturausschuss und der Gemeindeentwicklungsausschuss. Letzterer und dass ist sehr vielsagend heißt aber nur auf dem Papier so, denn in der Praxis heißt er profan „Bauausschuss“.

Das bedeutet, dass bisher und offensichtlich in der gewachsenen Vorstellung, Gemeindeentwicklung nur BAU bedeutet – also etwas neu bauen oder etwas altes zurückbauen.

Das beruht auf einer gewachsenen Struktur, da direkt und ganz praktisch BAU auch immer GELD und Platz für Agrarmaschinen heißt.

Der nun immer stärker an die Öffentlichkeit drängende Nachteil dieser Entwicklung ist, dass die Gemeinde nicht im Sinne einer Gemeindeentwicklung entwickelt wird.

Das heißt, zeitgemäße Faktoren, Vorstellungen und übrigens auch bereits anderswo praktizierte Umsetzungen, wie zB. eine pestizidfreie Gemeinde, eine bäuerliche Landwirtschaft im Gegensatz zur einer rein industrie-konventionellen, aber auch eine Infrastruktur mit einem Regionalladen und weiterer Versorgungen finden nicht statt, werden nicht entwickelt, wenn ein Gemeindeentwicklungsausschuss nur zu einem „Bauausschuss“ degradiert ist, in dem es darum geht über Straßenbau, Gebäudebau, Abrissbau usw. Aufträge für Gemeindeeinwohner zu generieren.


Spätestens ab 2017 fiel das in der Gemeinde Alt Tellin immer mehr dort lebendenden Menschen MASSIV auf.

So formierte sich neu und sehr engagiert eine politische Kraft mit dem Namen Bürgerbündnis Landleben Tollensetal (BBLT). Ziel war die Einflussnahme in den verödeten Gemeindeentwicklungsausschuss und mehr Kraft im Gemeinderat zur Verwirklichung einer schönen Gemeinde für alle.

Man wünschte sich ein Gemeindehaus für alle Bürger*innen (ja, die Gemeinde Alt Tellin hat tatsächlich kein funktionierendes Gemeindehaus!), eine Badestelle (ist von der konv. Landwirtschaft aufgefressen worden) und ein Tourismuskonzept.

 

Hierzu erstellte das BBLT mit viel Herzblut und ehrenamtlichem Zeitaufwand Visionen, Ideen, Konzepte und eine Zusammenfassung für die Gemeindevertreterwahl 2019, welche dann leider ähnlich dem Eindruck von 1979 beim Bürgermeister in der Kneipe unordentlich statt fand.

 

Der ganze Ablauf, der eigentlich völlig normalen und offiziellen Wahl war so abstrus und voller Ungereimtheiten, dass ich persönlich für die nächste Wahl im Jahr 2024 UNO-Weißhelmtruppen zur Wahlbeobachtung beantragen werde, ähnlich dem Vorgang, wie man das aus der Berichterstattung von „Bananenrepubliken“ kennt.

 

Im Vorfeld ging es los, dass gegenüber der Bürgermeisterkandidatin Susanne Wiest von der Gegenseite eine Diffamierungskampagne gestartet wurde, in dem man wacklige CDU Wähler*innen zur Grundstücksgrenze der Kandidatin fuhr um mit Hinweis auf die nicht durchvergewaltigt-zusammengestutzte Fliederhecke zu verweisen, was zu empören sei. Weiter wurde in Umlauf gebracht, dass unter der Regie von Wiest ganz sicher der örtliche Fussballverein seinen Geist aufgeben müsse. Es gibt noch zwei weitere Verleumdungen, die ich hier aber nicht aufführe, weil sie einfach nur noch geschmacklos waren.

 

Es wurde also schmutzig und ich kann sagen, dass diese Art absolut nicht der Auffassung einer Wahlbewerbung von Susanne Wiest entspricht – im Gegenteil: Sie geht für die Sache, ist fair und will das Beste für alle und sie besitzt die Fähigkeit weit über den Tellerrand schauen zu können und eben nicht auf Versprechungen von Schweineinvestoren hereinzufallen, so wie es wohl damals durch diversen Herren (Karstädt, Backhaus) und Damen (Ey, Holzapfel) geschehen war.

 

Kurioserweise ist unter der Regie des sehr zweifelhaft wiedergewähltem Bürgermeisters Karstädt genau eingetroffen, was besagte Kampagne gegen Wiest vorhergesagt werden sollte: Den Fussballverein gibt es seit kurzem so nicht mehr (der Bürgermeister als Vorsitzender hatte „vergessen“ Gebürengelder zu zahlen) und getoppt wird das ganze noch von dem Vorgang, dass die fw. Feuerwehr nun einer anderen Gemeinde angeschlossen wurde, alles zum Verdruss vieler Traditionalisten in der Gemeinde Alt Tellin.

 

 

Der Wahltag am Sonntag, dem 26. Mai 2019 war dann ein totales Debakel. Die Wahlorganisation unter Bürgermeister Karstädt und des Amtes Jarmen-Tutow, musste wegen ständig ausgehender Wahlzettel (bereits ab 10:30 Uhr!), ständig neue anfordern (30km Autofahrt) und Wählerinnen und Wähler, die wählen wollten abweisen, bzw. mit dem Hinweis, "man könne ja nochmal wiederkommen" (was kaum einer tut) nach Hause schicken.

Das muss man sich mal vorstellen: Man geht am Wahltagssonntag zum Wahllokal, das Teil der Kneipe des Bürgermeisters ist und die dort arbeitenden Ehefrauen der CDU Listenkandidaten schicken dich wieder weg. Ich hoffe Sie erkennen die weiteren Ungereimtheiten im letzten Satz!

Völlig verrückt wurde es dann bei der Stimmauszählung am Abend, denn es wurde sich ständig verzählt und irgendwann stimmte einfach irgendwas.

Hauptsache aber war wohl, dass das Ergebnis für Frank Karstädt stimmte, der sich die ganze Zeit in "seinem" Wahllokal neben den Wählenden aufhielt, der jedoch immerhin mit nur drei Stimmen Vorsprung in die Bürgermeisterstichwahl zum 16.Juni 2019 antreten musste.

Ergebnisse zum 26.5.2021:

Das "entgültige Wahlergebnis", dass keins war...

Parteien:

Bürgermeister*innen-Amt:

Das hier etwas nicht stimmen konnte, war eine Vermutung des BBLT, allerdings gab Martin Buhrmester (CDU) den entscheidenden Hinweis, denn er erklärte, er müsse mehr als 5 Stimmen haben, da ihn doch schließlich seine ganze Verwandtschaft gewählt hätte.

 

Somit musste seitens des Amt Jarmen-Tutow korrigiert werden.


Das "endgültige korrigierte Wahlergebnis"...

Erklären konnte man seitens der Wahlleitung Amt Jarmen-Tutow nicht wirklich,

warum F. Karstädt plötzlich 4 St. mehr hatte,

S. Wiest 3 St. mehr hatte, M. Buhrmester 27 St. mehr hatte, J. Juhnke 1 St. mehr hatte, G. Hegewald 2 St. weniger hatte.

Erklären konnte man auch nicht warum die CDU plötzlich 389 St. anstatt vorher 357 St., also 32 Stimmen MEHR hatte.


Dann folgte am 16.6. die Stichwahl zum Bürgermeister*innen-Amt mit folgendem "Ergebnis":

Die Stichwahl lieferte gleich 2 verschiedene Stimmergebnisse:

 

Im Wahllokal:

S. Wiest: 116 - F. Karstädt: 149

 

Von Karstädt gegenüber der Presse erklärt:

S. Wiest 117 - F. Karstädt: 148

 

und es gab 2 verschiedene Ergebnisse bezüglich der Wahlbeteiligung in Stimmen.

Einmal waren es 270 und dann waren es 265.

 

Hieraus ergab sich dann der Schritt die Kommunalaufsicht dringend einzuschalten...

 


 

Alle Mängel der Wahl in Alt Tellin wurden dann seitens des BBLT formuliert und an die hießige Kommunalaufsicht weitergeleitet, die leider garnichts unternahm.

 

Aus dem damaligen Papier:

 

Punkte, die unserem (BBLT) Einspruch zu Grunde liegen:

 

  • Das Wahllokal für die Kommunalwahl am 25.06.2019 und auch die Stichwahlwahl am

16.06.2019 war die Gaststätte des amtierenden Bürgermeisters und gleichzeitig

Bürgermeister-Kandidaten Frank Karstädt, also einer der zur Wahl stehenden Person. Das

Wahllokal war somit kein neutraler Ort.

 

  • Der amtierende Bürgermeister, gleichzeitig Bürgermeister Kandidat, sowie Wirt des

Wahllokals, war im Wahlraum fast dauerhaft präsent. Etlichen WählerInnen war das sehr

unangenehm und die Stimmung im Wahllokal während der Stichwahl am 16.06.2019, wurde

von etlichen WählerInnen als sehr angespannt beschrieben. Sie empfanden dies auch für

sich selbst als bedrückend.

 

  • Einsicht in die Wahllisten durch den amtierenden Bürgermeister und Bürgermeister-

Kandidaten Frank Karstädt bei der Kommunalwahl am 26.05.19 (Zeugen Hannah

Schlesinger / Günter Hegewald). Er machte sich dabei auch Notizen (Zeugin: Gabriela

Domnig). Frank Karstädt schaute den WahlhelferInnen auch beim Auszählen der Stimmen

über die Schulter (Zeuge: Günter Hegewald).

Durch diese Einsichtnahme und das Notieren wusste der Bürgermeisterkandidat Frank

Karstädt, wer an der Wahl teilgenommen hatte bzw. wer nicht. Auch durch die nahezu dauerhafte Präsenz

im Wahllokal konnte das bereits geschehen sein. Die Privatheit der

Wahlteilnahme war somit nicht gewährleistet. Der Amtsinhaber, Bürgermeisterkandidat

und Wirt des Wahllokals hat sich damit einen Vorteil für die Stichwahl verschafft und

gezielt NichtwählerInnen angesprochen und für die Stichwahl aktiviert. Alt Tellin ist eine

kleine Gemeinde mit 330 Wahlberechtigten. Wer zur Wahl geht oder nicht muss auch in

kleinen Gemeinden geheim sein. Das war bei uns nicht der Fall und wird die Stichwahl

beeinflusst haben.

Nach der Stichwahl am 16.06.2019 wurden drei voneinander abweichende Wahlergebnisse

verkündet: am Abend unmittelbar nach der Auszählung mündlich im Wahllokal / in der

Zeitung am Tag nach der Wahl / vom Wahlausschuss. Das Vertrauen in einen korrekten und

nachvollziehbaren Wahlablauf ist durch diese Unstimmigkeit schwer gestört.

 

  • mündliche Verkündung nach der Auszählung am Wahlabend 16.06.2019: Susanne

Wiest 116 / Karstädt: 149 / Wahlbeteiligung.: 265, es war zusätzlich sogar von einem

ungültigen Stimmzettel die Rede (Günter Hegewald und weitere Zeugen, die bei der

Auszählung um 18.00Uhr dabei waren).

 

  • Zeitung/Nordkurier: Interview mit Bürgermeister Frank Karstädt: "Wie er auf

Nordkurier-Nachfrage am Abend erklärte, habe er 148 Stimmen für sich gewinnen

können. Seine Herausforderin Susanne Wiest vom Bürgerbündnis Landleben -

Tollensetal erhielt 117 von insgesamt 270 abgegebenen Stimmen“ „Doch der

wiedergewählte Bürgermeister hatte sich, bevor er über Zahlen sprach, beim

Wahlvorstand noch einmal rückversichert.“ Trotz Rückversicherung beim

Wahlvorstand wird am Wahlabend von Herrn Karstädt dem Reporter sowohl eine

andere Anzahl von Stimmen für die Kandidaten der Stichwahl genannt als

unmittelbar nach der Wahl den anwesenden Personen bekannt gegeben wurde.

Ebenso irritiert eine von der Verkündung im Wahllokal und vom amtlichem

Endergebnis abweichende Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen (Differenz 270 zu

265 Stimmen). Quelle: https://www.nordkurier.de/anklam/alt-telliner-buergermeister-

bleibt-im-amt-1635820006.html

 

  • Amtliches Endergebnis : Wiest - 117 / Karstädt - 148 / Wahlbeteiligung - 265. Quelle:

https://www.jarmen.de/fileadmin/user_upload/Bekanntgabe_endguelt_Erg_Bgm_Alt

_Tellin_SW.pdf

 

  • Die Vertrauenspersonen unseres Bürgerbündnisses erhielten entgegen den vorangegangenen

Gepflogenheiten keine Einladung zum Treffen des Wahlausschusses für Mittwoch, den

19.Juni 2019 in Jarmen. (Verkündung des amtlichen Ergebnisses der Stichwahl für Alt

Tellin). Nur durch einen „Zufallsfund“ der Einladung am Dienstagabend auf der Homepage

des Amtes konnten die Vertrauenspersonen des Bürgerbündnis „Landleben - Tollensetal“

überhaupt an der Sitzung teilnehmen und bereits dort einige der hier genannten Kritikpunkte

anbringen. Insbesondere die Verquickung Wahllokal und Gaststätte des Bürgermeisters und

gleichzeitig Bürgermeisterkandidaten haben beide Vertrauenspersonen als sehr

problematisch angesprochen. Der Wahlleiter meinte, das hätten wir bereits vor der Wahl

sagen müssen und man merke sich das für die nächste Wahl. Im Zusammenhang mit der

Berichterstattung im Nordkurier vom 22. Juni 2019 rief uns der frühere Einwohner von Alt

Tellin, Herr Uhl, an und berichtete: Bereits anlässlich der Kommunalwahl 2014 wurde er

beim bisherigen Wahlleiter des Amtes, Herrn Hardt, vorstellig und hatte auf die Bedeutung

eines „neutralen Wahllokales“ hingewiesen. Die Problematik ist also seit mindestens 5Jahren bekannt. Es ist Aufgabe eines Wahlleiters, für ein geeignetes Wahllokal zu sorgen,

welches keinem der Kandidaten einen Heimvorteil verschafft.

  • Im Vorfeld der Wahl wurde der wichtige Punkt Neutralität der WahlhelferInnen von Günter

Hegewald, Abgeordneter und Vertrauensperson des Bürgerbündnisses Landleben - Tollensetal,

gegenüber dem amtlichen Wahlleiter, Herrn Lüthke, angesprochen. Antwort sinngemäß: "Da

müssten wir uns keine Sorgen machen". Etliche der WahlhelferInnen sind verwandt mit

Kandidaten der CDU Wahlliste, die ja auch den Bürgermeisterkandidaten für die Stichwahl

stellte. Auch die lokale Wahlleiterin Frau Jager ist familiär verbunden mit der CDU Liste.

Andere Wahlhelferinnen ebenfalls.

  • In unserer Gemeinde haben wir eine überdurchschnittlich hohe Briefwahlbeteiligung. Manche

BürgerInnen nutzen diese Möglichkeit nur deshalb, weil sie generell die Gaststätte / das

Wahllokal des Bürgermeisters nicht betreten wollen. (Aussage von Uwe Sell, Günter

Hegewald). Während in den weiteren amtsangehörigen Gemeinden der Anteil der Briefwähler

als Mittelwert bei 11 % lag, betrug er in Alt Tellin zur Hauptwahl am 26. Mai 19,39 %, bei der

Stichwahl am 16. Juni sogar 23,3 %.

  • WählerInnen wurden im Vorfeld der Stichwahl vom Großvater bzw. Vater zweier Kandidaten

der CDU-Liste (zur Gemeindevertreterwahl) zu einer Rundfahrt in den PKW „eingeladen“ und

zum Grundstück der Bürgermeisterkandidatin gefahren, um diese zu diskreditieren: Behindert,

Garten zu ungepflegt, etc.

  • Der amtierende Bürgermeister als Vorstand der CDU-Liste und später auch Kandidat zur

Stichwahl verbreitete vor den Wahlgängen unwahre Behauptungen, nach denen unsere

Wählergemeinschaft angeblich Einwände gegen die hiesige Fußballmannschaft „Traktor Alt

Tellin“ hätte, diese bei einem Wahlsieg nicht weiter unterstützen wolle. Das ist die authentische

Aussage von 2 Fußballspielern.

  • Auch der Ortsgruppe der Volkssolidarität wurde von Herrn Karstädt angedroht, dass sie im Falle

seiner Wahlniederlage auf die Nutzung eines Raumes der Gaststätte verzichten müsse.


 

Das Fazit aus dieser Erfahrung ist, dass es wohl zwei ganz unterschiedliche Motivationen bei Menschen gibt, wenn es um das Gemein(de)wesen geht. Erstere und dazu zähle ich das BBLT wollten einfach nur die Gemeinde Alt Tellin, bei null finanzieller Interessen, ehrenamtlich gestalten und in eine ökologisch bessere Richtung lenken, was tatsächlich auch völlig zeitgemäß ist.

Aber letztere, und das ist die CDU Vertretung, ist erst mal nur an ihrem Selbsterhalt interessiert. Sie braucht die Posten welche Gemeindevertretungen, bzw. generell politische Ämter zu Verfügung stellen, um darüber an Geld, Macht & Infos zu kommen. Das politische Amt, dass der Gestaltung des Gemeinwesens dient und nicht der Gestaltung der eigenen Brieftasche wird von diesen Menschen also einfach mißbraucht. Bezeichnend, dass der Wahlkreis von Philipp Amthor (CDU) gewonnen wurde, der direkt über Bestechung und Korruption gestolpert ist.

Da Geld und Fressen aber schwerer gewichten als Kultur und Schönheit, musste sich in der Gemeinde Alt Tellin wohl diese Kraft 2019 leider noch ein weiteres mal durchsetzen.

Nun wusste ich wieder, warum ich mich auch seit über 10 Jahren für ein bedingungsloses Grundeinkommen einsetze: Es könnte auch, nach dieser Erfahrung, den Mißbrauch von Ämtern verhindern und die Demokratie stärken.

Ich denke viele, und ich zähle mich selbst dazu, haben diesen Faktor (und Druck) der Einkommenssicherung beim politischen Gegner, einfach nicht beachtet.

Innerhalb der CDU Liste sind einfach die versammelt, die aus ihrem direkten Umfeld ihr Einkommen im größeren Stil generieren müssen, bei BBLT ist es nicht oder nur teilweise so.

Andererseits, was hätte man selbst tun sollen um die Wahl zu gewinnen? Selber Schmutzkampagnen fahren? Bestechung? Korruption? Nein, mag das Verhalten innerhalb des dreckigen Geschäftes der Politik (CDU und andere machen das leider daraus) noch so „normal“ sein, sind eigentlich innerhalb des BBLT fast alle froh, leider zwar verloren, aber das Herz auf dem richtigen Fleck bewahrt zu haben.

 

Und das nun die von Bürgermeister Karstädt unbedingt gewollte und durchgesetzte abgebrannte Schweinefabrik (an die er immer Essen lieferte und heute noch liefert… darf man dann eigentlich im Gemeinderat als Befangener abstimmen?) plus der kaputten Feuerwehr plus des kaputten Fussballvereins, in seine (letzte) Amtszeit fällt, ist einfach nur stimmig und gerecht.

 

Desweiteren bedeutet der ganze Vorgang leider auch einen kompletten Vertrauensverlust gegenüber dem Amt Jarmen-Tutow, als übergeordneter Institution (Alt Tellin ist „angeschlossen“) und auch gegenüber der Kommunalaufsicht, die wenig unterstützend agierte.

 

In beiden Fällen regiert wohl eine Politik des „wegdrückens“, denn zum einen sind die Institutionen 30 Jahre nach der Wende immer noch mit dem Verständnis zur Demokratie völlig überfordert und arbeiten eher in einem Modus des DDR Staatsapparates. Das fällt besonders dann auf, wenn man dort heutzutage anruft und etwas (zum Bsp. ein Protokoll einer Sitzung) berichtigen will.

Sofort schallt einem eine gewisse Eingeschnapptheit entgegen, da die Anmerkung sofort und immer als Kritik verstanden wird und die Amtsperson offensichtlich um ihre Existenzberechtigung und ihren Job fürchtet.

Auskünfte nach dem Informationsfreiheitsgesetz muss man massiv einfordern, denn noch immer herrscht in der Region eine Art Gutsherrenmentalität, die es sich verbittet, die „Obrigkeit“ in Frage zu stellen. Auch wenn man nur eine Frage hat, die niemanden in Frage stellt. Doch man beweisst zumindest Intelligenz mit der Frage, was ebenfalls als gefährlich erachtet werden kann.

 

 

Der krönende Abschluss der Kommunalwahl 2019 gipfelte dann in der unfassbaren und dreisten konstituierenden Sitzung am 18.Juli 2019.

Nach nun zwei völlig haarsträubenden Wahlen, drehte der neue alte Bürgermeister nun ganz auf, sicherte sich und seinen Spezis alle wichtigen Posten, obwohl er immer verkündet, er wolle in seiner Güte die Belange der GANZEN Gemeinde erfassen, hätte somit eigentlich S. Wiest (zweitmeister Stimmengewinn) zur stellv. Bürgermeisterin ernennen müssen und hievte zusätzlich noch ein enttäuschtes Mitglied (O.Spillner) des BBLT geeint zu einer „Zählgemeinschaft“ in sein Boot.

Das BBLT hatte sich zwischenzeitlich intern mit besagter Person überworfen. Da diese aber schon seit langem weiß, wie der Hase in Alt Tellin läuft, muss es vor der Sitzung eine Absprache gegeben haben, die es der Person ermöglichte, trotz minimalem Wählerstimmenanteils (37 Stimmen, was in etwa 12 Wähler*innen bei 3 Stimmen/Wähler*in entspricht) durch den Bürgermeister befähigt, doch noch im Gemeinderat zu bleiben und zusätzlich sogar noch alle Ausschüsse besetzen zu dürfen. Das ging sehr schnell und etwas zu schnell. Die Person gab ihren Austritt aus dem BBLT bekannt und beim wieder Einatmen war sie auch schon durch den Bürgermeister Karstädt aufgenommen. Trotz jahrzehntelangem Zwist und Abneigung zwischen den beiden.

Für das Bürger*innenBündnis Landleben Tollensetal war das in sofern ärgerlich, dass sich nun die Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat, die nie so gut gewesen waren wie jetzt, nämlich drei gegen drei plus einem Bürgermeister, der auf die Belange seiner Gemeinde hören sollte, so verschoben, dass das BBLT nun nur noch zwei Sitze im Gemeinderat und einen Sitz im jeweiligen Ausschuss besetzen durfte. Das tat besonders in Bezug auf den Gemeindeentwicklungsausschuss weh, denn man sieht heute wohin es führt, wenn man eine CDU-Gemeindevertretung nur mit "Bau" rumdümpeln läßt.

 

Nämlich hier hin... (Nordkurierartikel von 2006)


Zu einem gemeinsamen Pressefoto der neuen und alten Gemeinderatsmitglieder kam es dann nach der konstituierenden Sitzung 2019 aus verständlichen Gründen nicht mehr. Denn wer läßt sich schon gerne fotografieren, wenn er gerade von einem ekelhaften CDU Panzer überrollt worden ist?

Aber auch hier gilt, im Nachhinein ist man klüger, die Verbindung zu dem Überläufer ist beendet und die Arbeit im Bündnis, aktuell vertreten durch zwei kompetente Frauen, ist sehr harmonisch.

 

Die Gemeindevertretung von Alt Tellin setzt sich seit der chaotischen Kommunalwahl 2019 nun folgendermaßen zusammen:

 

CDU - (Zählgemeinschaft):

 

1. In 4. Legislaturperiode der amtierende Bürgermeister Frank Karstädt - Stimmen: 163

2. der stellv. Bürgermeister Jens Jager - Stimmen: 94

3. Björn Au - Stimmen: 42

4. Martin Buhrmester - Stimmen: 33

5. Olaf Spillner - Stimmen: 37 (ehem. BBLT)

 

 

Bürgerbündnis Landleben Tollensetal (Fraktion):

 

6. Susanne Wiest - Stimmen: 150

7. Alina Wander - Stimmen: 16 (für Günter Hegewald - Stimmen: 52)


Detalierte Anzeige der Abstimmungsergebnisse für die Ausschüsse UND dem Abstimmungsergebnis zum Einspruch von Martin Burmester (CDU), dem selbstverständlich per CDU-Mehrheit stattgegeben wurde und dem Abstimmungsergebnis zum Einspruch des BBLT bezüglich der Bürgermeister*in-Stichwahl, der selbstverständlich nach langer Vorrede von Hrn. Hardt (CDU, Amtsleiter) von der CDU-Mehrheit abgelehnt wurde. Ein Aufrollen des Vorgangs hätte wohl zu mehr als nur Peinlichkeiten geführt...


Nun sind zwei Jahre nach der Wahl vergangen und man muss sagen, dass sämtliche innovative Kraft bezüglich der Gemeindegestaltung vom BBLT aus geschieht. Ob Fragen zur Aufklärung des Brandes, ob Positionierungen zur Agrarindustrie und Windenergieindustrie vor Ort. Das liegt daran, dass man sich im BBLT einfach Zeit für die Sache nimmt, bzw. nehmen KANN und einem die Gemeinde auch am Herzen liegt.

Seitens der CDU hört man nichts.

Gemeindeentwicklung findet im Ausschuss kaum statt und im Grunde braucht es bei der gängigen CDU Politik auch keinen Gemeindeentwicklungsausschuss, denn er würde eh nicht gehört, obwohl er als gestaltendes und beratendes Gremium eigentlich die Institution ist, die vorbereitet und der Gemeinderat segnet dann per Abstimmung letztlich ab. Ständig wird dieser Ausschuss umgangen und werden Themen aus "Zeitgründen" direkt im Gemeinderat abgestimmt und beschlossen.

 

Doch von Selbstverständlichkeiten, dem korrekten und kooperativen Vorgehen ist man in Alt Tellin Lichtjahre entfernt, gibt es doch tasächlich noch nicht mal einen verbindlichen Sitzungskalender, der zur Vorbereitung und Planung motivierte und schaut man in die Satzung der Gemeinde scheint Intransparenz immer oberstes Gebot gewesen zu sein. So darf zB. innerhalb der Einwohnerfragestunde zu Tagesordnungspunkten, welche dann in der Sitzung verhandelt werden, seitens der Bevölkerung nichts gefragt werden. Dieser Vorgang ist an Intransparenz in so fern nur noch zu überbieten, als dass im „geschlossenen Teil“ fast immer Dinge besprochen werden, die allerdings zwingend in den ÖFFENTLICHEN Teil gehören.


Nun ist die von Karstädt (CDU) und anderen gewollte Schweinefabrik bei Alt Tellin vollständig abgebrannt.

Ein Desaster mit Ansage, denn wer informiert ist weiß, dass die Dinger tickende Zeitbomben sind - anders ist die organische Konzentration von Fett und Gasen, eingehüllt in Blech, Plastik, Chemie und Dämmstoff gar nicht zu benennen. Deutschlands Massentierhaltungsställe brennen durchschnittlich sechs mal pro Tag!

 

Seit Jahren ist die Schweinefabrik ein Politikum, schliesslich ist ihr Erfinder Straathof gerichtlich verurteilt in DEUTSCHLAND keine Schweine mehr halten zu dürfen, schliesslich wechselt sie ständig dubios den Besitzer, nun von einer Holding zu einer Aktiengesellschaft, in der weit entfernten Schweiz und niemand begreift mehr, was das mit dem Führen von Schweinen in der Landwirtschaft zu tun haben soll und schliesslich ist bekannt, dass die Fabrik schädlich ist. Schädlich für die Umwelt, schädlich für die Ernährung, schädlich für den Zusammenhalt, schädlich für die GEGENWART und die Zukunft sowieso..

 

Und wieder steht man bezüglich der Arbeit des Bürgermeisters dazu komplett auf dem Schlauch. Er informiert nicht, er veranlasst nicht, aber er liefert weiter sein Essen aus, jetzt an das Abbruchunternehmen oder die Security.

Sämtliche Anfragen zu Emmissionen (kontaminierte Böden/ Wasser), zu Abläufen (warum keine Berufsfeuerwehr, kein CBRN-Fahrzeug) gehen vom BBLT aus und vom Bürgermeister hört man nur,

dass er nun ja nicht springe nur weil man mal etwas wolle. Das was man wollte war die Organisation einer Dringlichkeitssitzung nach dem Brand.

Frage: Wofür ist er eigentlich da?

Eine Ansage in Richtung Investor, dass man diesen nicht mehr hier haben wolle, ist ihm und seiner Zählgemeinschaft nur Mühsam bei Enthaltung in der Abstimmung und nicht klarer Abgrenzung aus den Rippen zu leiern.

Warum? Interessen?

Im Interview mit der Sendung PANORAMA3 erklärt Bürgermeister Karstädt, dass es mit der Schweinefabrik "relativ gut lief, bis auf kleinere Zwischenfälle". Es waren aber ca. 600 Zwischenfälle und klein waren sie auch nicht.


"Erklärungen"...


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